Die Thermotherapie ist eine bewährte Methode in der Hundephysiotherapie, um Schmerzen zu lindern, die Heilung zu fördern und die Beweglichkeit zu verbessern. Sie umfasst die Anwendung von Wärme- und Kältetherapie, die je nach Art und Stadium der Verletzung oder Erkrankung unterschiedlich eingesetzt werden. In diesem Artikel erläutere ich die Vorteile beider Therapien, wann und wie sie angewendet werden und geben praktische Tipps für die Durchführung zu Hause.

Wärmetherapie deluxe

 Wärmetherapie mittels Laser- und Rotlichtpad

Die Grundlagen der Thermotherapie

Thermotherapie nutzt Temperaturen, um physiologische Prozesse im Körper zu beeinflussen. Während Wärme die Durchblutung fördert und Muskelverspannungen löst, hilft Kälte dabei, Entzündungen und Schwellungen zu reduzieren. Beide Methoden sind einfach anzuwenden und können bei einer Vielzahl von Beschwerden effektiv sein.

Wärme- und Kältetherapie: Die Unterschiede

Wärmetherapie:

  • Wirkung: Wärme erhöht die Durchblutung, entspannt die Muskeln und lindert Schmerzen. Sie fördert die Flexibilität und kann helfen, chronische Schmerzen zu reduzieren.
  • Anwendung: Wird hauptsächlich bei chronischen Zuständen wie Arthrose, Muskelverspannungen und -krämpfen sowie zur Vorbereitung auf physische Aktivitäten eingesetzt.
  • Hilfsmittel: Wärmekissen, Wärmepackungen, warme Handtücher und Infrarotlampen.

Kältetherapie:

  • Wirkung: Kälte verringert die Durchblutung und lindert Entzündungen und Schwellungen. Sie betäubt die Nerven und reduziert Schmerzen, insbesondere nach akuten Verletzungen.
  • Anwendung: Wird vor allem bei akuten Verletzungen, nach Operationen und bei Entzündungen genutzt.
  • Hilfsmittel: Kühlpacks, Eisbeutel und kalte Kompressen.

Wann sollte Wärme- oder Kältetherapie angewendet werden?

Indikationen für Wärmetherapie:

  1. Arthrose: Regelmäßige Wärmeanwendungen können die Gelenkbeweglichkeit verbessern und Schmerzen lindern. Insbesondere vor dem Spaziergang kann es eine gute Unterstützung sein.
  2. Muskelverspannungen und -krämpfe: Wärme entspannt die Muskeln und kann helfen, Verkrampfungen zu lösen. Auch zwischen den Termine bei der Physiotherapie eine gute Möglichkeit, den Hund zu entspannen.
  3. Alte Verletzungen: Bei langwierigen Beschwerden, die keine akuten Entzündungszeichen mehr zeigen, kann Wärme die Heilung unterstützen. Entscheidend ist das Fehlen einer Entzündung, sonst kann die Wärme mehr schaden als nützen!

Indikationen für Kältetherapie:

  1. Akute Verletzungen: Bei Zerrungen, Verstauchungen oder Prellungen innerhalb der ersten 48 Stunden nach der Verletzung.
  2. Postoperative Pflege: Nach Operationen, um Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren. Achtung jedoch beim Implantaten!
  3. Akute Entzündungen: Bei akuten Entzündungen in Gelenken oder Muskeln. Oder auch bei Arthrose nach dem Spaziergang, sofern der Hund warme Gelenke beim Spaziergang bekommt.

Anleitung zur Anwendung von Wärme- und Kältetherapie

Wärmetherapie:

  1. Wahl des richtigen Hilfsmittels: Verwende  ein Wärmekissen, eine Wärmepackung oder ein warmes Handtuch. Achte darauf, dass die Wärmequelle nicht zu heiß ist, um Verbrennungen zu vermeiden. Auch eine Rotlichtlampe ist empfehlenswert.
  2. Vorbereitung des Hundes: Stelle sicher, dass dein Hund bequem liegt. Überwache die Hautstelle, auf die die Wärme angewendet wird, um Verbrennungen zu verhindern.
  3. Anwendung: Legedie Wärmequelle auf die betroffene Stelle und lasse sie für 15-20 Minuten wirken. Wiederhole die Anwendung 2-3 Mal täglich nach Bedarf.
  4. Nachsorge: Überprüfe die Haut auf Rötungen oder Reizungen. Bei Anzeichen von Unwohlsein brich die Behandlung ab und konsultieren Sie einen Tierarzt.

Kältetherapie:

  1. Wahl des richtigen Hilfsmittels: Verwende ein Kühlpack, sog. Eislolli oder einen Eisbeutel. Wickel das Hilfsmittel in ein dünnes Handtuch, um direkte Hautschäden zu vermeiden.
  2. Vorbereitung des Hundes: Stelle sicher, dass dein Hund bequem liegt und ruhig bleibt. Überwache die Anwendung, um sicherzustellen, dass der Hund nicht gestresst wird.
  3. Anwendung: Lege das kalte Hilfsmittel auf die betroffene Stelle und lasse es für wenige Minuten wirken. Wiederhole die Anwendung alle 2-3 Stunden während der akuten Phase.
  4. Nachsorge: Überprüfe die Haut auf Anzeichen von Erfrierungen oder Reizungen. Bei Anzeichen von Unwohlsein oder Verschlechterung der Symptome brich die Behandlung ab und konsultieren Sie einen Tierarzt.

Praktische Tipps und Vorsichtsmaßnahmen

  • Langsame Einführung: Beginne die Therapie schrittweise und beobachte die Reaktion deines Hundes. Manche Hunde benötigen etwas Zeit, um sich an die Anwendungen zu gewöhnen. Meinen Patientenbesitzer gebe ich immer Folgendes mit: wenn dein Hund die Thermoquelle verlässt, versuche es ruhig erneut. Verlässt er ein 2. und 3. mal die Quelle brich die Behandlung ab und halte Rücksprache mit dem Therapeuten.
  • Aufmerksame Überwachung: Überwache immer die Hautstelle und den allgemeinen Zustand deines Hundes während und nach der Anwendung. Lasse deinen Hund nicht alleine während der Behandlung.
  • Konsultation: Spreche vor Beginn der Therapie mit deinem  Tierarzt bzw. Therapeuten, insbesondere wenn dein Hund chronische oder schwere gesundheitliche Probleme hat.
  • Richtige Temperatur: Achte darauf, dass die Temperatur der Wärme- oder Kältequelle angenehm ist und keine Hautschäden verursacht. Teste gerne vorab an der Innenseite deines Unterarms. Insbesondere bei Verwendung eines sog. Eislollis solltest du den Lollli stets in Bewegung halten während der Anwendung, da es sonst schnell zu erfrierungsähnlichen Zuständen kommen kann.
  • Kombinationstherapie: In einigen Fällen kann die Kombination von Wärme- und Kältetherapie im Wechsel (Kontrasttherapie) besonders effektiv sein. Dies sollte jedoch nur unter Anleitung eines Fachmanns durchgeführt werden.

Fazit

Wärme- und Kältetherapie sind wertvolle Ergänzungen in der Behandlung und Pflege von Hunden mit verschiedenen Beschwerden. Sie bieten einfache, aber effektive Mittel zur Schmerzlinderung und Heilungsförderung. Beachte stets die Reaktion deines Hundes und frage im Zweifel einen Tierarzt oder Hundephysiotherapeuten, um die beste Behandlung zu gewährleisten.