bevor du los liest, halte kurz inne, atme und schaue zu deinem Hund hinüber. Vielleicht liegt er auf seinem Platz und döst. Vielleicht schaut er dich gerade mit diesem ruhigen, erwartungslosen Blick an. Wie er bereits im Hier und Jetzt ist – ohne gestern zu wiederholen oder dem Morgen entgegenzueilen. Er wartet nicht auf den perfekten Moment – für ihn ist jetzt der Moment.
Wenn dein Hund älter wird, krank ist oder mit Ängsten kämpft, stellt sich irgendwann eine Frage: Wie kannst du deinen (alten) Hund sinnvoll beschäftigen – ohne ihn zu überfordern, aber auch ohne dass die gemeinsame Freude auf der Strecke bleibt? Wie kannst du Momente schaffen, die sowohl das Nervensystem deines Hundes als auch dein eigenes nähren können.

Beschäftigungsmöglichkeiten für Hunde mit Arthrose: z.B. das Finden von Gerüchen, Bild: VitaliTier
In diesem Artikel geht es um genau das: um gelenkschonende Beschäftigung für Hundesenioren und kranke sowie „verhaltenskreative“ Hunde, um Nasenarbeit und andere Möglichkeiten – hauptsächlich aber um die kleinen Glücksmomente, die die Lebensqualität deines Hundes spürbar verbessern können.
Was macht einen guten Tag aus – für euch beide?
Wenn der Alltag mit dem Hund schwerer geworden ist
Vielleicht ist dein Hund nicht mehr der jüngste. Das Aufstehen dauert länger, die Spaziergänge werden kürzer, und manchmal siehst du diese Steifheit in seinen Bewegungen, die dir einen kleinen Stich versetzt. Die Frage, wie du deinen alten Hund noch sinnvoll beschäftigen kannst, beschäftigt dich vielleicht mehr, als du zugeben möchtest.
Oder dein Hund kämpft mit einer chronischen Erkrankung. Arthrose, HD, Spondylose – Diagnosen, die nicht nur deinen Hund betreffen, sondern auch dich. Die ständige Sorge, das Abwägen, das Gefühl, dass vieles nicht mehr möglich ist. Du fragst dich, welche Beschäftigung für einen kranken Hund überhaupt noch geht, ohne ihm zu schaden.
Oder dein Hund ist reizsensibler, ängstlich, reaktiv, unsicher. Jeder Spaziergang ein kleines Abenteuer – aber nicht immer im positiven Sinne. Der Biergarten-Besuch, der entspannte Kaffee mit Freundin und Hund – Dinge, die andere so selbstverständlich tun, während du dich fragst, wann es bei euch endlich leichter wird.
In all dem Schweren geht manchmal das Schöne verloren.

Wir haben unsere Glücksmomente gefunden – trotz Alter, Krankheit und Reizsensibilität. Durch passende Beschäftigung und Entspannungsmomente.
Unsere Hunde beschäftigen – aber anders betrachtet
Unsere Hunde messen ihre Tage nicht an dem, was sie geschafft haben. Sie kennen keine To-do-Listen, keine Fortschrittsziele, keinen Vergleich mit anderen Hunden.
Ein guter Tag für deinen Hund, deinen Hundesenior könnte aus Momenten bestehen wie diesen:
- Der Augenblick, in dem du morgens die Augen öffnest und er dich ansieht.
- Die Freude, wenn die Leine vom Haken genommen wird – selbst wenn der Spaziergang nur kurz dauert.
- Eine besonders spannende Geruchsspur, der er in Ruhe folgen darf.
- Das Gefühl von Wärme und Geborgenheit, wenn er sich neben dir niederlässt.
- Eine kleine Aufgabe, die ihn kurz nachdenken lässt und dann mit einem Leckerli belohnt wird.
Das sind keine großen Dinge. Aber es sind Glücksmomente, die seine Lebensqualität spürbar verbessern.
Beschäftigung für den (alten) Hund: Es geht auch gelenkschonend, es geht auch angepasst
Hier liegt ein Gedanke, der mir wichtig ist:
Dein Hundesenior oder dein kranker Hund braucht keine langen Wanderungen, um glücklich zu sein. Dein reaktiver Hund braucht keinen perfekten Gehorsam, um Erfolgserlebnisse zu haben.
Was er braucht – neben Pflege, Sicherheit, Bindung, Entspannung etc – ist Beschäftigung, die zu ihm passt. Momente der Verbindung mit dir. Die Möglichkeit, etwas mit seiner wunderbaren Nase zu tun, ohne dass seine Gelenke dabei leiden. Nasenarbeit und Schnüffelspiele sind hier wahre Geschenke – sie fordern den Kopf, ohne den Körper zu überlasten. Kleine, gelenkschonende Bewegungsaufgaben, die ihn fordern, aber nicht überfordern. Vielleicht ein paar einfache Tricks, die Spaß machen und gleichzeitig seinem Körper guttun. Oder Momente, der bewusste Entspannung durch Ruhe-Rituale.
Manchmal sind es gerade die Hunde mit Einschränkungen, die am meisten aufblühen, wenn sie endlich eine passende Aufgabe bekommen. Alte Hunde, die kaum noch laufen können, strahlen, wenn sie ein einfaches Suchspiel bekommen. Hunde mit Arthrose erleben durch sanfte, durchdachte Beschäftigung wieder Selbstvertrauen und Lebensfreude. Und ängstliche oder reaktive Hunde, die draußen schwierig sind, finden in der Nasenarbeit zu Hause einen ruhigen Fokus, der ihren Stress reduziert.
Es gibt meiner Überzeugung nach keinen Hund, der zu alt, zu krank oder zu schwierig ist, um Glücksmomente zu erleben.
Beschäftigung, Entspannung und Glücksmomente für deinen Hund
Vielleicht magst du dich in den kommenden Wochen ab und zu fragen:
- Habe ich meinem Hund heute eine kleine Freude gemacht?
- Haben wir einen Moment der echten Verbindung gehabt – ohne Zeitdruck, ohne Ziel?
- Habe ich ihm erlaubt, einfach Hund zu sein – im Hier und Jetzt, mit all seinen Einschränkungen?
Es braucht nicht immer eine große Veränderung, keine guten Vorsätze für das neue Jahr, keine langen Trainingspläne. Manchmal reicht ein Moment der zu Recht viel gepriesenen Achtsamkeit. Die Bereitschaft, hinzuschauen, was eurem gemeinsamen Leben guttut – nicht, was „man“ tut oder was andere können.
Unsere Hunde leben uns etwas Wichtiges vor: dass ein guter Tag nicht an Leistung gemessen wird, sondern an Momenten, die sich richtig anfühlen.
Glücksmomente für dich und deinen Hund – darum geht es.
Wenn du Unterstützung dabei suchst, solche Momente zu finden – ob durch Nasenarbeit, sanftes Fitnesstraining oder gelenkschonende Beschäftigung, die zu eurem besonderen Leben passt – dann schau dich gern bei mir um. Ich freue mich auf euch.