Du zählst deinen Hund zu den „ADHS-Hunde“, also Hunde mit ADHS-ähnlichen Symptomen? Dein Hund kann also keine zwei Minuten still sitzen? Vergisst ständig gelernte Kommandos und wird nach dem Spaziergang noch aufgedrehter? Dann gehört er vielleicht zu den 15-20% der Hunde mit ADHS-ähnlichen Symptomen. Den Stand der Wissenschaft zum Thema ADHS bei Hunden findest du in meinem Artikel ADHS beim Hund: Erkennen, verstehen und behandeln (2025)

Mit passenden Übungen kannst du deinem hyperaktiven Hund helfen, zur Ruhe zu kommen. Aber Achtung: Mehr Training ist nicht immer besser.

Gibt es ADHS bei Hunden? Wohl ja

Ist das noch normal oder ist das schon ADHS beim Hund? Die Frage lässt sich inzwischen leichter klären.

Als Hundephysiotherapeutin und Hunde(fitness)trainerin erkläre ich dir heute 1 weitere Übung, die bei hyperaktiven Hunden in der Regel beruhigend wirken.

Warum herkömmliche Beschäftigung bei „ADHS-Hunden“ oft nach hinten losgeht

Viele Hundebesitzer machen denselben Fehler: Sie versuchen, ihren hyperaktiven Hund „müde zu spielen“ oder zu trainieren.
Das Problem? “ADHS-Hunde” werden durch wilde Spiele und intensive Bewegung oft noch aufgedrehter. Ihr Nervensystem ist bereits übererregt – zusätzliche Stimulation verschlimmert die Symptome.
Das Geheimnis liegt nicht in der Menge, sondern in der Art der Beschäftigung.

Wovon “ADHS-Hunde” oft profitieren

Meiner Erfahrung nach von u.a. 2 wichtigen Sachen: Ruhe-Rituale und mehr beruhigende Aktivitäten statt ständig aufregende Spiele.

Dabei gilt:

  • Sehr kurze Trainingseinheiten (2-5 Minuten)
  • Vorhersagbare Strukturen
  • Übungen, die Konzentration und Entspannung fördern

1 wirksame Fokus-Übung für Hunde mit ADHS

In meinen ersten Artikel habe ich schon kurz die Übung für dich zum beschrieben.  Hier folgt jetzt die genaue Anleitung. Vielleicht kennst du diese Übung schon aus dem Hundefitnesstraining bzw. solche Arten von Übungen. Hier steckt aber sehr wahrscheinlich eine andere Intention dahinter.

Gibt es ADHS beim Hund? Ähnliches wohl schon.

Ruhe-Übungen gibt es viele. nicht jede führt aber zu echter Entspannung.

 

Übung: Das langsame Cavaletti-Steigen

Das Prinzip: Bewusste, langsame Bewegung schult Konzentration und Körperkontrolle – und wirkt dadurch beruhigend, weil dein Hund sich auf eine einzige, klare Aufgabe fokussieren muss, statt in Reizüberflutung zu verfallen.

Das brauchst du: Eine Cavaletti-Stange, ersatzweise ein Besenstiel, eine Poolnudel oder ein stabiler Ast – irgendetwas, das dein Hund knapp über dem Boden Schritt für Schritt übersteigen kann.

So funktioniert’s:

  1. Lege die Stange flach auf den Boden (für den Einstieg reicht Bodenhöhe, keine Erhöhung nötig)
  2. Führe deinen Hund an lockerer Leine oder mit Futter langsam heran (Achtung, bei sehr futteraffinen Hunden kann das die Aufregung/Erregung wieder zu sehr steigern)
  3. Lass ihn Pfote für Pfote über die Stange steigen – nicht springen oder drüberlaufen
  4. Nach jeder einzelnen Pfote: kurze Pause (1–2 Sekunden), bevor die nächste Pfote folgt
  5. Wiederhole den ganzen Übergang 3x, mit kleinen Pausen dazwischen

Trainingsdauer: 3–5 Minuten

Warum es hilft: Die langsame, bewusste Bewegung verlangt Körperwahrnehmung und Konzentration – zwei Dinge, die bei übererregten Hunden oft brachliegen. Gleichzeitig ist die Übung so klar strukturiert, dass sie kaum Interpretationsspielraum lässt: Es gibt ein eindeutiges „richtig“ (langsam, Pfote für Pfote), was zusätzlich Orientierung und Sicherheit gibt.

Tipp: Steigere die Schwierigkeit erst, wenn die Grundversion entspannt klappt – z. B. durch eine minimal erhöhte Stange oder mehrere Stangen hintereinander. Zu schnelle Steigerung nimmt der Übung ihren beruhigenden Effekt.

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Diese Übung ist ein guter Anfang – strukturiert, ruhig, und für so gut wie jeden Hund geeignet. Eine zweite Übung, die ich besonders bei Hibbel-Hunden empfehle, zeige ich dir in meinem 0,- EUR E-Book „Ruhe-Rituale für Hibbel-Hunde“ – zusammen mit den 3 häufigsten Fehlern, die das Training sabotieren. Übungen Ruhe Hund

Was du heute noch mit deinem hibbeligen Hund mit ADHS-Symptomen machen kannst

Teste Übung 1 für 5 Minuten mit deinem Hund

Beobachte seine Reaktion: Wird er ruhiger oder aufgeregter?

Notiere dir die Ergebnisse – bei ADHS-Hunden sind kleine Fortschritte große Erfolge

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Dein Hund ist mehr als sein Schwierigkeiten

Falls dein Hund ADHS-ähnliche Symptome hat: Er ist deshalb nicht „schwierig“. Er braucht nur andere Trainingsmethoden als der Durchschnittshund.
Mit den richtigen Übungen kannst du ihm helfen, entspannter zu werden. Das verbessert nicht nur seine Lebensqualität, sondern auch euer Zusammenleben.